KREMSLICHT 1998

Landschaft und Topographie .................. Zwei dominante Landschaftsbereiche kennzeichnen das Kremser Stadtbild,
- die gekrümmte Uferlinie der Donau im Süden und
- die terrassierten Hänge der Weinberge im Norden und Nordwesten.
Dazwischen entwickelt sich die Stadt auf dem nach Norden ansteigenden Gelände.
Das Terrain der Stadt wird durch zwölf, mit einem Abstand von exakt 500 m in
Nordsüd-Richtung verlaufende, topographische Ordinaten markiert.
Diese stringente Matrix, die das Stadtgebiet mit seinem Wegenetz und natürlichen Geländelinien fiktiv überlagert, wird mit den natürlichen und den historisch gewachsenen künstlichen Linien des Ortes zum Schnitt gebracht. Wo die Ordinate in ihrem Verlauf eine natürliche Grenze (wie das Donauufer) oder den öffentlichen Raum eines markanten Weges schneidet, hinterläßt sie im Boden eine Spur in Form eines Lichtpunktes.

Räumlich gesehen hat jeder Lichtpunkt durch das flächenbündige Versetzen im Boden eine Höhenlage, die der topographischen Situation entspricht. Die Ordinaten bilden somit Profilschnitte durch die Stadt, in ihrer Gesamtheit gesehen - ein Relief des von der Stadt besetzten Territoriums. - einen Lichterteppich der nie zur Gänze sichtbar ist, sondern erst im Kopf durch Erinnerung entsteht.

Von den beiden landschaftlichen Polen mit großer Entfernungswirkung werden die Terrassen der Weinberge an zwei markanten Stellen, sowie auf der Nordseite der Felsen im Kremstal beleuchtet. Die gekrümmte Uferlinie der Donau wird durch punktuelles Anstrahlen der Wasserfläche im konstanten Abstand der Ordinaten betont.

Im Unterschied zu anderen Leuchten, die im Stadtbild wechseln, tritt bei den Lichtpunkten immer das gleiche Leuchtenmodell in unterschiedlichen räumlichen Zusammenhängen auf. Es wird am Donauufer, im Pflaster der Altstadt, am Zugang eines Wohnblocks, unter der Krone eines Parkbaumes oder vor einem Weinstock gleichermaßen zu finden sein.
Die Leuchten der Ordinaten haben keine sicherheitstechnische Funktion, sie markieren einen Bereich und verfügen über einen hohen Erinnerungswert - zur eindeutigen Zuordnung ist ihre Lichtfarbe einheitlich blau.

Wien, 16.02.1998

Ausstellung:
GALERIE GÖTTLICHER
Steiner Landstr.88
A - 3500 Krems - Stein

Dauer der Ausstellung:
4.Nov.2000 - 13.Jan.2001

Mi. - Fr. 15-18 Uhr
Sa. 10-12 Uhr

Link Licht 2000